16. Fensterchen

December 15, 2016

Armer, armer Igel

 

Heute ist ein sehr sehr trauriger Tag. Nein, nicht das. Die Villa Freudeck steht noch. Aber der Igel. Er ist ja sooo arm. Sag ich euch. Wirklich sooooo arm. Ich erzähl euch warum.

Hatte Igel gestern doch sein wöchentliches Kaffeekränzchen. Da kommen immer alle Onkeln und Tanten und erzählen sich bei Kaffee und Kuchen, was es so Neues gibt – hier in Bregenz. Nichts Gutes. Die Tante Pieksi aus dem Vorkloster hat erzählt, dass sie demnächst ausziehen muss. Im Yachtclub Bregenz bauen sie das Clubhaus neu. Dreigeschossig!!!! Dabei ist sie erst letztes Jahr dort hinunter gezogen, weil es ja an sich ruhig sei, dort am See. Naturschutzgebiet. Sensible Uferzone. Nichts da. Die scheißen sich einfach nichts mehr. Drauf mit dem Holzhammer. Überall.

Jetzt weiß die Pieksi nicht wohin mit ihren vielen Igelkindern. Und dann der Onkel Rudi. Er wohnt gleich ein paar Ecken von unserem Viertel. Auch er jammerte, er stehe bald ohne zuhause da. Das Geburtshaus vom Albert Bechtold oben an der Gallusstraße – und somit auch sein gemütlicher Holzschuppen- soll demnächst geschliffen werden. Na bum. Zwei Igel - zusammen mit unserem Igel ....drei Igel - bald ohne zuhause. Jetzt reicht es!!!

Igel weinte und spielte kurz mit dem Gedanken, ob er sich nicht kurzerhand sein Kaffeegäbelchen in sein zartes Bäuchlein rammen sollte, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Er tat`s nicht, dem Himmel sei Dank. Lieber will er weiter AUFSTACHELN. Und er hat auch schon eine neue gute Idee...weil das mit den Gelbbauchunken bis dato ja nicht ganz so toll geklappt hat. Doch davon ein andermal. 

 

Wortspende 5

Es mir ein persönliches Anliegen, dass die Villa Freudeck erhalten bleibt. Einerseits ist sie für mich mit emotionalen Werten verbunden, da ich in der Nähe aufgewachsen bin und ein Teil meines Schulweges jeden Tag daran vorbei geführt hat. Andererseits hat dieses Villen Ensemble einen geschichtlichen Wert für die Stadt Bregenz. Als Bregenzerin würde ich es sehr befürworten, wenn historische Gebäude nicht einfach abgerissen werden, sondern ihr architektonischer Wert anerkannt wird. Der geplante Neubau könnte an jedem anderen Ort in Bregenz genauso errichtet werden, die Villa Freudeck jedoch ist nicht ersetzbar. Die Erhaltung dieses geschichtsträchtigen Hauses sollte somit über dem baulichen Vorhaben stehen!

Clarissa Vögel, Studentin, Bregenz

 

 

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