20. Fensterchen

Im Dunkeln ist gut munkeln

Gestern saßen wir wieder beisammen und schüttelten und drehten unsere Köpfe, um die Gedanken zu ordnen, die uns nun schon seit einigen Tagen durch den Kopf gingen.

Gibt es ein erkennbares Muster hinter dem Tun der Stadtverantwortlichen beim all diesem Bebauungsgemurkse?

Ja. Das gibt es. Es läuft immer gleich ab.

Erst wird unter der Decke gemauschelt. Dann wird im stillen Kämmerchen geplant. Dann wird das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert. Dann gibt`s den Aufschrei der Bevölkerung. Dann heißte es: Jetzt ist alles fertig. Hättet euch schon früher mit euren Bedenken und Einwänden melden können. Dann hätte man die Kritikpunkte ganz bestimmt berücksichtigt und in die Entwürfe eingearbeitet. .. oder nach Alternativen gesucht. Aber jetzt. Jetzt ist es zu spät.

Kennen wir doch.Diese Erkenntnis betrübte uns.

Gott sei dank kam Jürgen – der Koch in unserer Runde – und verteilte Zettelchen. Zum ankreuzen. Was wir essen wollten. Da stand: zarte Mörchen, Polenta, Zwiebelrostbraten, Veggi-Burger á la Jügge ..... und zum Dessert hatten wir - zum Thema passend – die Wahl zwischen Abrissbirne mit undurchsichtigem Maronenschaum und saurer Sahne oder Abrissbirnenmus mit Feige, versteckt unter einem Blätterteigmäntelchen.

Das war nicht einfach ..... und natürlich mussten wir heftig diskutieren. Aber es war ein richtig demokratischer Prozess. Volle Transparenz. Und am Ende servierte Jürgen uns ein perfektes dreigängiges „Rettet die Villa Freudeck“ Menü. So kann`s auch gehen. Danke Jürgen!

Wortspende 6

"Dieses schöne alte Villenensemble prägt sich vielen Schülern täglich ein, es prägt sich den Touristen ein, die einen Spaziergang hinauf ins „Dorf“ machen, es prägt das Bild von Bregenz mit. Alte Schönheit muss bewahrt werden!"

Max Lang, Autor, Bregenz