Richtigstellung


Gestern traf es uns alle mit voller Wucht. Nein. Nein.... Die Villa Freudeck steht noch. Nein. ES GAB NICHTS ZU ÖFFNEN. Eine Stille und Leere machte sich breit, die sich über alle Freude, alle Besinnlichkeit legte. An ein normales Leben war nicht mehr zu denken.

Deshalb gibt es heute nochmal ein kleines Fensterchen zu öffnen.

Anlass waren aber auch die vielen Zusendungen, die wir von unseren aufmerksamen Lesern – und Innen zu Fensterchen Nr 23 erhalten haben. Sie erinnern sich- wir berichteten über diesen Bürgermeister hinter den sieben Bergen, sie wissen schon - der bei den sieben Zwergen.

Da gab es viele E-Mails, die uns zu diesem wirklich ergreifenden Artikel und dem tollen Bild gratulierten. Man hört ja sonst so wenig von „hinter den Bergen, bei den sieben Zwergen“. Danke, dass freut uns.

Auf der anderen Seite gab es aber auch zahlreiche Einsendungen, die reklamierten, ob denn dieser Bürgermeister – der dort ja thront wie ein kleiner König - denn keine Reichsinsignien habe. Das könne doch nun wirklich nicht sein.

Dem gingen wir auf die Spur..... und entdeckten einen Fehler. Ja, wir haben scheinbar wirklich schlampig recherchiert – die Insignien gibt es tatsächlich. Entschuldigend können wir hier nur entgegen halten, dass sich die Recherche zu diesem Artikel auch wirklich sehr schwierig gestaltete..... weil bei den 7 Zwergen geht es recht intransparent zu. Da sickert wirklich nur ganz ganz wenig nach außen – und wenn doch, dann meist recht tendenziös und gefiltert.

ALSO..... die Reichsinsignien dieses Bürgermeister-Königs hinter den sieben Bergen sind die Reichsabrissbirne und der Reichsabbruchhammer. Wir haben das Bild entsprechend ergänzt und bitten alle Leser vielmals um Entschuldigung.

p.s.: zurück zu der Leere. Ja, ES IST SCHWER. Für alle. Für uns, wie aber auch für sie. Diese plötzliche Leere, dieser ernste Alltag.

Was soll`s. Das Leben muss weiter gehen. Aber wir lassen euch nicht im Stich.

Wir haben Tipps vorbereitet, die uns geholfen haben und die nun auch euch helfen sollen, die nächsten schweren Tage ohne öffnen von Kalenderfensterchen gut zu überstehen.

Tipp 1)

Wenn sie es gar nicht mehr aushalten. Dann öffnen sie doch einfach ein echtes Fenster und atmen tief durch. 3x hintereinander. Das wirkt Wunder.

Tipp 2) öffnen sie einfach irgend etwas: Den Kühlschrak, eine Schublade, eine gute Flasche Wein,....... das beruhigt.

Tipp 3)

Öffnen sie einfach die alten NICHT-Abriss-Fensterchen. Das macht immer Freude. Vorsicht: Nicht zu viel auf einmal. (Vor allem für Personen mit Herz-Kreislaufproblemen.)

Tipp 4)

Ziehen sie sich warm an und bewundern sie die Villa Freudeck, solange es sie noch gibt.

.... denn noch steht die Villa Freudeck.

Hochachtungsvoll Euer NICHT-Abriss Adventskalender Team

Wortspende 34, 4. 11. 2016, morgens (nach jener schicksalsschweren Stadtvertretungssitzung, bei dem der Abriss der Villa Freudeck beschlossen wurde)

Himmelsgrüße

Sehr geehrter Herr Dünser,

mit Bedauern musste ich heute durch meine Himmelsboten vernehmen, dass all ihre Bemühungen zum Erhalt des Hauses, auf das ich einst so stolz war, an den Fronten des Unverständnisses, der unersättlichen Tendenz zu Gewinnmaximierung und auch an der Blödheit der Verantwortlichen gescheitert sind. Ich möchte Ihnen aber sagen, wie sehr mich ihr Engagement gefreut hat. Gemeinsam mit ihrer lieben Frau Mutter, eine außerordentliche Person fürwahr, habe ich ihrer Arbeit mit erwärmtem Herzen zugesehen - es hat uns beiden viel Freude bereitet zu erleben, dass es da unten durchaus noch Menschen gibt, die bereit sind, sich aus dem Fenster zu lehnen.

Erholen Sie sich gut, freuen Sie sich an den gewonnen Freunden und seien Sie versichert: von hier oben betrachtet ist das alles gar nicht mehr so wichtig .....

Mit verbundenen Grüßen

herzlichst

ihr Karl Höll