5. Fensterchen

Feiges Versteckspiel

Die Stadt Bregenz vertritt den Standpunkt, dass die Georg Baumeister Villen am Ölrain unter anderem deshalb kein Ensemble sind, weil sie zu weit auseinander stehen. Villen stehen aber nun einmal in Parks. Somit ergibt sich automatisch ein gewisser Abstand zueinander.

Das 5. Fensterchen ist wieder eine prominente Wortspende.

Wortspende Nr. 30:

Stadtbildschutz in Bregenz: 
Villa Freudeck als Nagelprobe für die Glaubwürdigkeit der Stadtregierung!

"Villen und die sie umgebenden Gartenanlagen durch Parkschutz und durch die Erstellung von Bebauungsplänen schützen" heißt es im Räumlichen Entwicklungskonzept 2008 der Stadt Bregenz (REK 2008, B.5.1., S.15) unter der Überschrift "Alte, wertvolle Ensembles und Einzelobjekte in ihrem Bestand und Erscheinungsbild schützen" und führt … als Beispiel das Ensemble am „Ölrain"an. Deutlicher lassen sich die Schutzabsichten der Stadt Bregenz wohl kaum formulieren. Doch sobald rechtsverbindliche Schritte in diese Richtung notwendig werden (Stichwort: Bebauungsplan), will die Stadtregierung davon offenbar nichts mehr wissen. Wie glaubwürdig dürfen die Bregenzer ihre Stadtregierung noch nehmen?

Was hindert die Stadtpolitik daran einen Bebauungsplan zu beschließen, der exakt auf den Bestand der Villa Freudeck abzielt und damit den Anreiz für einen Abriss verhindert?

Und sich nur auf den Gestaltungsbeirat und die ihr untergeordneten Ämter zu berufen, ohne die Fakten (Fragestellungen/Stellungnahmen/Antworten) offenzulegen, ist wie ein feiges Versteckspiel vor den Bürgern, die transparente Verfahren erwarten dürfen, wenn es um ihr eigenes Kulturgut geht, das im „öffentlichen Interesse" erhalten werden soll. ...

Markus Landerer und Claus Suess, Initiative Denkmalschutz, Wien